HERBERT MARCUSE DER EINDIMENSIONALE MENSCH PDF

Worum es geht Sklaverei in der Komfortzone Man stelle sich eine Gesellschaft vor, die unter einer Glaskuppel lebt. So ist das Leben in der Komfortzone. Seine Zeit: die 60er Jahre des Eine beunruhigende Bestandsaufnahme des modernen Kapitalismus. Der Einzelne wird von Medien, Politikern und der Industrie bewusst manipuliert.

Author:Mojind Kajik
Country:Malaysia
Language:English (Spanish)
Genre:Personal Growth
Published (Last):24 April 2014
Pages:262
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ISBN:806-3-60008-901-6
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Und doch ist diese Gesellschaft als Ganzes irrational. Sicher spielen Werturteile eine Rolle. Dieses Urteil liegt aller geistigen Anstrengung zu Grunde; es ist das Apriori der Gesellschaftstheorie, und seine Ablehnung die durchaus logisch ist lehnt die Theorie selbst ab; 2.

Die Gesellschaftstheorie ist eine historische Theorie, und die Geschichte ist das Reich der Notwendigkeit. Sie ist aller Metaphysik entgegengesetzt aufgrund des streng geschichtlichen Charakters der Transzendenz. Hier aber konfrontiert die fortgeschrittene Industriegesellschaft die Kritik mit einer Lage, die sie ihrer ganzen Basis zu berauben scheint. In der kapitalistischen Welt sind sie noch immer die grundlegenden Klassen. Und dennoch: widerlegt dieses Fehlen einer Vermittlung die Theorie?

Wer verlangt nach ihr? Der Eindimensionale Mensch wird durchweg zwischen zwei einander widersprechenden Hypothesen schwanken: 1. Beide Tendenzen bestehen nebeneinander — und sogar die eine in der anderen. Die erste Tendenz ist die herrschende, und alle Vorbedingungen eines Umschwungs, die es geben mag, werden benutzt, ihn zu verhindern.

Die Wahl selbst ergibt sich aus dem Spiel der herrschenden Interessen. Sie ist ein "Entwurf" von Verwirklichung unter anderen. Indem der Entwurf sich entfaltet, modelt er das gesamte Universum von Sprache und Handeln, von geistiger und materieller Kultur. Ich entwerfe diese Tendenzen und biete einige Hypothesen, nichts weiter.

Einmal institutionalisiert, teilten diese Rechte und Freiheiten das Schicksal der Gesellschaft, zu deren integralem Bestandteil sie geworden waren. Der Erfolg hebt seine Voraussetzungen auf. Von Anbeginn war die Freiheit des Unternehmens keineswegs ein Segen. Sie beugt so dem Aufkommen einer wirksamen Opposition gegen das Ganze vor.

Solche neuen Weisen lassen sich nur in negativen Begriffen andeuten, weil sie auf die Negation der herrschenden hinausliefen. Diese Ressourcen sind berechenbar. Praktisch dienen sie als Instrumente gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wenn die Massenkommunikationsmittel Kunst, Politik, Religion und Philosophie harmonisch und oft unmerklich mit kommerziellen Mitteilungen vermischen, so bringen sie diese Kulturbereiche auf ihren gemeinsamen Nenner — die Warenform.

Hierin bestehen die fortschrittlichen Elemente der Massenkultur. Sie sind keine Bilder einer anderen Lebensweise mehr, sondern eher Launen oder Typen desselben Lebens, die mehr als Affirmation denn als Negation der bestehenden Ordnung dienen. Aber diese Kultur ist in einigen ihrer entscheidenden Elemente zugleich eine nachtechnische.

Diese Unvereinbarkeit ist das Zeichen ihrer Wahrheit. Negatives Denken: die besiegte Logik des Protests "Das was ist, kann nicht wahr sein". Sie ist der wesentlich menschliche Entwurf. Wenn der Mensch gelernt hat zu sehen und zu wissen, was wirklich ist, wird er im Einklang mit der Wahrheit handeln.

Erkenntnistheorie ist an sich Ethik, und Ethik ist Erkenntnistheorie. Philosophie hat ihren Ursprung in der Dialektik; das Ganze, worin ihre Rede sich bewegt, antwortet auf die Tatsachen einer antanogistischen Wirklichkeit. Auf welcher Grundlage wird der Status der "Wahrheit" eher der einen Weise oder Beschaffenheit zugesprochen denn der anderen?

Freilich ist dieser Aufweis aus Intuition vom Cartesianischen nicht allzu verschieden. Als solche ist sie die Vermittlung konkreter Erfahrung. Freilich ist dies noch das Diktum des Philosophen; er ist es, der die menschliche Situation analysiert. So wurde die Philosophie mit diesen Werten geboren. Sie waren unwirksam, unwirklich. Endliches Sein ist unvollkommene Verwirklichung, dem Wandel unterworfen. Daher ist es keine wahre Wirklichkeit — keine Wahrheit. Diese Entdeckung ist das Werk von Logos und Eros.

Logos und Eros sind subjektiv und objektiv zugleich. Die Wahrheit gestaltet die Weisen des Denkens und Daseins um. Vernunft und Freiheit konvergieren. Diese Dynamik hat jedoch insofern ihre immanenten Schranken, als der antagonistische Charakter der Wirklichkeit, ihr Auseinanderbrechen in wahre und unwahre Daseinsweisen, ein unwandelbarer ontologischer Sachverhalt zu sein scheint. Das ist allerdings die vor- und antitechnische Konstellation par excellence.

In diesem Sinne gilt die klassische Behauptung, nach der Wahrheit mit Versklavung an gesellschaftlich notwendige Arbeit unvereinbar ist, noch immer. Die Demarkationslinie zwischen dem vortechnischen und dem technischen Entwurf besteht vielmehr in der Art, wie die Unterordnung unter die Lebensnotwendigkeiten — die, "seinen Lebensunterhalt zu verdienen" — organisiert ist sowie in den neuen Weisen von Freiheit und Unfreiheit, Wahrheit und Falschheit, die dieser Organisation entsprechen.

Wer ist nach der klassischen Konzeption das Subjekt, das die ontologische Beschaffenheit von Wahrheit und Unwahrheit begreift? Dieser Zustand widerspricht dem allgemeinen Charakter der Wahrheit, die nicht nur ein theoretisches Ziel festlegt und "vorschreibt", sondern das beste Leben des Menschen qua Mensch, im Hinblick auf das Wesen des Menschen.

Aristoteles gebraucht den Terminus "apophantischer Logos", um einen besonderen Typ von Logos Sprache, Mitteilung hervorzuheben — den, der Wahrheit und Falschheit aufdeckt und in seiner Entwicklung durch den Unterschied zwischen Wahrheit und Falschheit bestimmt wird De Interpretatione, 16ba.

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